Diagnostik

Uns ist es zunächst wichtig Sie kennen zu lernen, um Sie in Ihren Fähigkeiten und Stärken zu unterstützen und Ihre Selbstheilungskräfte zu fördern. In einem ersten Gespräch haben Sie Gelegenheit, uns Ihre Situation, Ihre Beschwerden und Ihre Symptome zu beschreiben. Es geht darum, gemeinsam Blockaden zu entdecken und zusammen Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten zu erarbeiten. So können wir in Absprache mit Ihnen entscheiden, welche Behandlung geeignet ist und welches Ziel erreicht werden kann.

Es ist uns wichtig, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen. Um Sie zu unterstützen steht ein Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Ergotherapeuten, Musiktherapeuten und Physiotherapeuten für Sie bereit.

Gemeinsam mit Ihnen werden eventuell weitere medizinische oder psychologische Untersuchungsschritte besprochen und geplant, um z.B. eine körperliche Erkrankung als Ursache für Ihre seelischen Beschwerden ausschließen zu können.

Dieses Angebot kann stationär oder ambulant über die Psychiatrische Institutsambulanz erfolgen.

Psychotische Krisen

Psychotische Krisen können abhängig von Ihren individuellen Erfahrungen verschiedene Formen annehmen. Allerdings gibt es Beschwerden, die übereinstimmend viele Psychoseerfahrene erleben.

Menschen mit einer Psychose erleben häufig das Denken, das Fühlen und das Empfinden zum eigenen Körper sowie den Kontakt zu anderen Menschen als verändert. Auch wird häufig die Wirklichkeit als verändert erlebt. Es entsteht eine Verunsicherung über die Wahrnehmung der Wirklichkeit und der eigenen subjektiven Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Erleben Sie sich oder Ihre Angehörigen Sie seit längerem verändert? Fühlen Sie sich verunsichert, niedergeschlagen oder ängstlich? Haben Sie eine Veränderung in der Konzentrationsfähigkeit bemerkt oder nehmen Sie Antriebsschwierigkeiten wahr? Vielleicht hat sich auch Ihre Wahrnehmung verändert oder Sie fühlen sich bedroht. Möglicherweise ziehen Sie sich auch zurück, haben in Gesprächen das Gefühl nicht mitzukommen oder Sie fühlen sich überfordert. Sie haben Probleme in der Schule oder Ausbildung entwickelt und haben eine deutliche Veränderung Ihrer Leistungsfähigkeit bemerkt?

All dieses können Anzeichen einer psychotischen Krise sein. Auch könnte man eine psychotische Krise als Zustand extremer Dünnhäutigkeit beschreiben.

Durch die Kombination unserer verschieden Therapien wollen wir Ihnen helfen in Ihrer Dünnhäutigkeit an Stärke zu gewinnen, sich normalen Herausforderungen wieder gewachsen zu fühlen und Ihre persönlichen Ziele weiterzuverfolgen. Je früher die Behandlung umso höher der Erfolg!

Psychotische Krisen können für sich stehen oder bei unterschiedlichen seelischen Erkrankungen auftreten. Zu den Erkrankungen, bei denen psychotische Krisen vorkommen können, haben Fachleute verschiedene Fachbegriffe geprägt: Substanzinduzierte psychotische Störung, Schizophrene Störung, Bipolare Störung, Depressive Störung. Alle diese Störungen behandeln wir im FRITZ. Was mit diesen Fachbegriffen gemeint ist versuchen wir in den nachfolgenden Abschnitten zu beschreiben. Manchmal sind Angststörungen nicht leicht von psychotischen Krisen abzugrenzen, deshalb beschreiben wir diese auch.

Substanzinduzierte psychotische Krisen

Der Gebrauch oder das Absetzen von Drogen, insbesondere Cannabis, Amphetaminen und auch Alkohol kann psychotische Beschwerden hervorrufen, die kurzzeitig vorhanden sind oder auch länger anhalten.

Schizophrene Störung

Mit dem Begriff Schizophrene Störung bzw. Schizophrenie sind viele Fehlannahmen verbunden. Deshalb ist es wichtig sich darüber zu informieren, was eine schizophrene Störung eigentlich ist.
Die Symptome und die Dauer der Störung können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Betroffene sind zum Beispiel überzeugt von Dingen, die andere nicht bestätigen können. So kann beispielsweise bei dem Betroffenen die Vorstellung existieren, dass übernatürliche Kräfte tätig sind, die ihn steuern (Wahn). Oder jemand hört Stimmen, die das Denken kommentieren. Verschiedene Symptome einer Psychose treten in unterschiedlichen Kombinationen auf. Die Symptome müssen über einen Monat oder länger deutlich vorhanden sein. Viele Menschen, die die Erfahrung einer schizophrenen Krise gemacht haben leben ein glückliches, selbstbestimmtes und sinnstiftendes Leben.

Bipolare Störungen

Gefühle variieren bei jedem Menschen und das ist eine normale menschliche Reaktion. Bei einer bipolaren Störung oder manisch depressiven Erkrankung kommt es zu außergewöhnlich ausgeprägten Schwankungen im Antrieb, im Denken und in der Stimmungslage einer Person. Häufig wechseln bei einer bipolaren Störung traurig bedrückte Phasen und Phasen europhorisch-gereizter Stimmung, verbunden mit einem deutlichen Schaffensdrang und Tempo. Häufig kommen in einer solchen Phase mit gesteigertem Antrieb auch Anzeichen einer Psychose hinzu (z.B. Größenwahn).

Erleben Sie sich wie der König der Welt? Fühlen Sie sich anhaltend in ausgesprochen gehobener Stimmung? Benötigen Sie weniger Schlaf als normal oder sind Sie gar nachts ungewöhnlich aktiv? Haben Sie einen Schub an Ideen und Plänen? Können Sie Ihre Gedanken kaum noch bändigen? Verhalten Sie sich gegenüber anderen distanzgemindert? Geben Sie plötzlich sehr viel Geld aus?

Falls Sie solche Veränderungen („manisch“) oder Veränderungen in etwas milderer Form („hypoman“ ) an sich feststellen oder Außenstehende Sie darauf hinweisen, könnten dieses Hinweise für eine bipolare Störung sein.

Fühlen Sie sich traurig, leicht irritierbar oder weinerlich? Haben Sie das Interesse an normalerweise angenehmen Aktivitäten verloren? Hat sich Ihr Appetit oder Ihr Gewicht verändert? Haben Sie Schwierigkeiten zu schlafen oder schlafen Sie mehr als gewöhnlich? Haben Sie wenig Energie und wenig Motivation um Ihren Alltag zu begehen? Fühlen Sie sich hoffnungslos oder wertlos? Haben Sie das Gefühl Ihr Gedächtnis funktioniert nicht mehr richtig? Haben Sie Suizidgedanken?

Wenn Sie diese Fragen für sich bestätigen und auch manische oder hypomane Phasen kennen, könnte es sein, dass Sie sich gerade in einer depressiven Episode einer bipolaren Störung befinden.

Depressive Störungen

Jeder kennt Gefühle von Traurigkeit. Jeder ist mal einen Tag oder auch mehrere nicht so gut drauf. Traurigkeit ist eine normale Reaktion. Eine Depression unterscheidet sich von einem vorübergehenden Stimmungstief dadurch, dass die Beschwerden anhaltend und meist stärker ausgeprägt sind.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Häufig berichten Menschen mit einer Depression, dass sie sich niedergeschlagen fühlen und viele negative Gedanken in sich tragen. Manchmal fühlen sie auch überhaupt nichts mehr. Dinge, die ihnen sonst Freude bereiteten, erscheinen plötzlich schal und leer. Oft raubt eine Depression den letzten Rest ihres Selbstvertrauens. Häufig berichten Betroffene, dass sie grübeln und dass sie sich nicht mehr konzentrieren können. Viele Menschen mit einer Depression schämen sich und versuchen sich vor anderen Menschen zu verstecken. Manche berichten auch, dass sie sich reizbar fühlen und ihrem Umfeld gegenüber unausstehlich werden. Sinnlosigkeitsgedanken oder Gedanken an den Tod begleiten häufig eine Depression. Auf der körperlichen Ebene berichten viele Betroffene von Schlafstörungen, Appetitmangel und den verschiedensten „Beschwerden“ oder Schmerzen.

Wichtig ist, dass Sie die Beschwerden ernst nehmen. Wenn diese anhaltend sind, vereinbaren Sie einen Termin beim Arzt oder Psychotherapeuten. Bitten Sie den Fachmann gegebenenfalls, Sie bei der Kontaktaufnahme zu einer geeigneten Behandlung zu
unterstützen.

Für die Behandlung von Depressionen liegen eine Reihe gut erforschter Therapiemöglichkeiten vor.

Angststörungen

Angst ist wahrscheinlich das grundlegendste aller Gefühle. Angsterlebnisse können von einem flüchtigen leichten Unwohlsein bis zur tagtäglichen Erfahrung extremer Panik reichen. Obwohl Angst unangenehm ist, ist sie nicht gefährlich, sondern ein normales Gefühl.

Körperliche Symptome von Angst sind z.B. Herzrasen, eine schnelle Atmung, Anspannung, Schwindel oder Schweißausbrüche. Häufig treten Befürchtungen auf, in Ohnmacht zu fallen oder einen Herzinfarkt zu erleiden.

Bei Angststörungen quält den Betroffenen das Gefühl der Angst, welches er nicht mehr zu überwinden weiß. Bei der Panikstörung wird der Betroffene plötzlich und vollkommen unerwartet von panischer Angst, zu sterben, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren, überfallen. Häufig bestehen auch Ängste vor einer erneuten Panikattacke. Manchmal sind Ängste in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Kaufhäusern vorhanden; manchmal werden bestimmte Situationen auch aus Angst vermieden.

Bei sozialen Ängsten besteht hauptsächlich die Befürchtung, etwas Peinliches oder Unangenehmes in der Öffentlichkeit zu tun, für das man sich dann schämen müsste. Deshalb wird der Kontakt zu anderen Menschen häufig gemieden. Es können aber auch eher diffuse Ängste und Befürchtungen bestehen, dass nahen Angehörigen etwas passieren könnte oder dass das Leben an sich negativ verlaufen wird – hierbei spricht man von generalisierten Ängsten.

Diagnostik – Therapie & Prävention